Markt · 5 Min Lesezeit
Die Ziffern, die Praxen am meisten vergessen — und warum sich das Muster wiederholt
Die vergessene Ziffer ist fast nie ein Wissensproblem. Sie ist ein Timing-Problem: Die Leistung endet, der nächste Patient wartet, und der Zifferneintrag ist der Schritt, der verliert.
Über Praxen hinweg rutschen immer wieder dieselben Zifferngruppen durch. Nicht die exotischen Positionen — die alltäglichen.
Das Gespräch, das länger lief
Das problemorientierte Gespräch (EBM 03230) wird ständig dokumentiert und uneinheitlich abgerechnet — weil es mitten in einer vollen Sprechstunde passiert und zehn ehrliche Gesprächsminuten sich wie Versorgung anfühlen, nicht wie eine abrechenbare Position. Die Dokumentation beweist es. Der Schein zeigt es oft nicht.
Die Wunde, die die MFA dokumentiert hat
Wundversorgung (EBM 02310) ist ein Team-Muster: Die MFA dokumentiert die Behandlung präzise — und die Ziffer hängt daran, dass jemand diese Dokumentation am Ende eines langen Tages mit dem Katalog abgleicht.
Die Chroniker, die jeder kennt
Chroniker-Ziffern (03220/03221) scheitern an gemischten Tagen — der Patient ist so vertraut, dass die Routine die Position versteckt. Derselbe Mechanismus erwischt die HzV-Vertragsziffern: eine zweite Abrechnungslogik in derselben Sprechstunde.
Die Vorsorge, die ohnehin stattfand
Check-ups (01732) und psychosomatische Grundversorgung (35100) werden erbracht, dokumentiert — und genau deshalb vergessen, weil sie sich wie Teil des Termins anfühlen statt wie eigene Leistungen.
Was das Muster wirklich behebt
Nicht mehr Schulung — das Wissen ist da. Die Lösung ist Lesen: jede fertige Dokumentation, gegen jeden Katalog geprüft, jeden Tag, mit dem Arzt als Entscheider. Genau das macht meda, mit dem Beleg an jedem Vorschlag.